Möller: Wir werden eine gute Lösung finden
Wie es mit dem Tegut in der Breitenbacher Straße in Schlüchterns Innenstadt weitergeht, ist derzeit noch nicht geklärt. Das Bundeskartellamt hat eine Übernahme von Edeka untersagt und prüft aktuell, ob REWE neuer Betreiber werden kann. Schlüchterns Bürgermeister Matthias Möller hat auf der Messe Expo Real in München mit sämtlichen potenziellen Betreibern gesprochen. Er ist sich sicher, dass eine gute Lösung für den Standort gefunden wird – und warnt in der Zwischenzeit vor Panikmache.
„Es ist seit vielen Monaten bekannt, dass die Ära Tegut zu Ende geht. Das tut uns allen weh, aber wir werden für den Standort in Schlüchtern eine gute Lösung finden. Da bin ich mir sicher“, betont Rathauschef Matthias Möller.
Nachdem das Bundeskartellamt Edeka die Übernahme kürzlich untersagt hat, ist derzeit in der Prüfung, ob REWE den Standort betreiben darf. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen, das kartellrechtliche Verfahren läuft noch. Möller: „Dem Kartellamt kann kein Bundeskanzler und auch kein Bundespräsident vorgeben, wie es zu entscheiden hat. Das gilt selbstverständlich auch für den Bürgermeister einer Kleinstadt und auch für die Marktleitung in Schlüchtern. In einer solchen Gemengelage ist es schwierig, ohne Ergebnis zu agieren. Und es ist unseriös, genau dies von der Stadt Schlüchtern zu fordern.“
Manchmal müsse man einfach abwarten. „Das ist für meine Politik ungewöhnlich, aber es ist in diesem Fall mehr als angesagt.“ Möller bittet die Bürgerinnen und Bürger, sich derweil nicht von Panikmache beeinflussen zu lassen.
Der Rathauschef geht fest davon aus, dass an diesem Standort auch in Zukunft ein Lebensmittelmarkt betrieben werden wird: „Das Gebäude ist prädestiniert für Einzelhandel, der Standort ist hervorragend.“ Eine Genossenschaft, wie sie von der Bürgerbewegung Bergwinkel zuletzt ins Spiel gebracht wurde, sei hingegen nicht möglich: „Das ist bei der Größe eines solchen Marktes völlig unrealistisch. Und es ist auch nicht nötig, weil ich mir sicher bin, dass sich ein Betreiber finden wird, der sich diesen lukrativen Standort nicht entgehen lassen möchte.“
Möller, der aktuell mit einem Teil seines Teams auf der Messe Expo Real in München ist, hat dort bereits mit Immobilienentwicklern und den großen Marktbetreibern über mögliche Nachfolgelösungen gesprochen – und sieht seine Sichtweise bestätigt. „Die Hängepartie ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Marktleitung sicher belastend. Es ist natürlich wichtig, in der Breitenbacher Straße auch künftig einen Lebensmittelmarkt zu haben. Und dafür setzen wir uns auch intensiv ein“, betont Möller. „Aber in erster Linie ist erst einmal das Kartellamt gefragt – und mit dem Ergebnis werden wir dann gemeinsam arbeiten“, unterstreicht der Bürgermeister abschließend.

