Kein Kalter Markt in Schlüchtern in diesem Jahr

Planungsteam sagt Heimatfest ab / Auch Straßenmusikfestival, Weitzelfest und Bergwinkelmarkt finden nicht statt

Das Corona-Aus für Kalter Markt, Straßenmusikfestival, Weitzelfest und Bergwinkelmarkt ist besiegelt: Das geben in einer gemeinsamen Pressemitteilung der Magistrat, der Ortsvorsteher, die Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine, der Verein für Wirtschaft und Tourismus WITO und der Club der ehemaligen Kalte-Markt-Präsidenten bekannt.

In diesem Jahr finden keine Großveranstaltungen mehr in Schlüchtern statt. Bürgermeister Matthias Möller betont: „Wir bedauern das ungemein.“ Doch die derzeitige Lage lasse keine andere Entscheidung zu. Schweren Herzens einigten sich die Verantwortlichen und Organisatoren deshalb darauf, mit dem Kalten Markt nun auch das größte Heimatfest im oberen Kinzigtal abzusagen. Der Magistrat muss die Absage des Kalten Marktes noch endgültig beschließen. Aufgrund der Corona-Verordnung des Bundes, die bis Ende Oktober generell keine Großveranstaltungen erlaubt, fallen außerdem das Straßenmusikfestival, das Weitzelfest und der Bergwinkelmarkt ins Wasser.

Zum Planungsteam des Kalten Marktes gehören der Bürgermeister, der Vorsitzende des Clubs der ehemaligen Kalte-Markt-Präsidenten Jörn Hagemann, der Vorsitzende des Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine Hans-Dieter Hausmann, Innenstadt-Ortsvorsteher Rainer Grammann, Vorsitzender des WITO Axel Ruppert sowie Marktmeister Knut Koller.

Ortsvorsteher Rainer Grammann bedauert die Entscheidung ebenfalls. Er hält sie aber für richtig: „Die Stadtverwaltung hat schon so viel Arbeit in die Planung gesteckt.“ Es müssten aber noch etliche weitere Stunden investiert werden, „zumal ein völlig neues Hygienekonzept ausgearbeitet werden müsste“. Deshalb sei es nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen falsch, die Veranstaltungen „künstlich am Leben zu halten. Als kleinen Ausgleich sollte man versuchen einige zusätzliche Nightshopping-Termine anzusetzen.“

Der Kalte Markt lockt jährlich circa 180.000 Besucher in die Innenstadt, zu Stoßzeiten tummeln sich bis zu 17.000 Besucher gleichzeitig auf dem Marktgelände. Es sei nahezu unvorstellbar, dass eine solche Großveranstaltung im November schon wieder erlaubt sein könne, betonen die Planer. Jörn Hagemann, Vorsitzender des Clubs der ehemaligen Kalte-Markt-Präsidenten, ist sich sicher: „Und selbst wenn: Es wird nicht zu bewältigen sein, diese Masse an Besuchern ausreichend zu lenken, um die Hygienebestimmungen einhalten zu können.“

Und Hans-Dieter Hausmann, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Schlüchterner Vereine, ergänzt: „Die Einhaltung der Auflagen würde neben der Stadt auch die Vereine vor riesige Herausforderungen stellen.“ Denn plötzlich ginge es nicht mehr nur um die Organisation eines Standes oder das Einteilen von Diensten, sondern zusätzlich noch darum, ein striktes Corona-Konzept einzuhalten. „Für viele Vereine ist der Kalte Markt eine wichtige Einnahmequelle. Der Vorstand der Aktionsgemeinschaft bedauert sehr, dass diese im Jahr 2020 wegfällt. Uns blutet dabei das Herz, können aber die Verantwortung nicht tragen.“

Eine zeitnahe Entscheidung sei wichtig gewesen, um allen Beteiligten Planungssicherheit zu geben, betont Marktmeister Knut Koller: „Es ist viel Vorlauf nötig, um einen Stand zu planen oder ein Fahrgeschäft aufzustellen. Wir wollen den Beteiligten gegenüber die größtmögliche Transparenz bieten.“

Axel Ruppert vom WITO sagt: „Die Stadt und der WITO arbeiten aktuell ein abgespecktes Freizeitprogramm aus, das alsbald vorgestellt werden soll.“ Das „Plan B“ genannte Sommerangebot soll mit Sport-, Kunst- und Kulturangeboten Frequenz in die Stadt bringen und den Bürgerinnen und Bürgern in der Virus-Krise dennoch etwas bieten, auch wenn die großen Feste fehlen werden in diesem Jahr.

Und nächstes Jahr? 2021 soll wieder ein Kalter Markt stattfinden. Am liebsten alle Feste, also auch Helle Markt, Straßenmusikfestival und Co. – Bürgermeister Möller betont: „Natürlich nur, wenn es die Situation dann zulässt. Und darauf hoffen wir alle.“