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Hans von Schlüchtern (15. Jahrhundert)

Grabplatte des Ehepaars

Die Herren von Schlüchtern waren Ministerialen des Klosters Schlüchtern und seiner Vögte, dem sie weltliche Dienste leisteten und es in gefährlichen Zeiten vor Schaden bewahrten. Ihr Wappen deutet diese Verbundenheit an: Ihre Schildfigur ist das Klosterkirchenfenster, ein zweigeteiltes romanisches oder später gotisches Fenster; auf Siegeln erscheint ein Doppelspitzbogen, während der Flug der Helmzierde mit je einem Spitzbogen belegt ist. Dieses Geschlecht des niederen Adels, Edelknechte und Ritter bewohnte in Schlüchtern 1144 bis 1525 nacheinander zwei feste Häuser, ein Fachwerkhaus in der Wassergasse, das ehemalige "Eckebäckers" Wohnhaus, und das Steinhaus in der Schloßgasse, das sogenannte "Schlößchen", das an die Herren von Lauter überging.

Das Geschlecht brachte zwei Schlüchterner Äbte und einen hanauischen Amtmann in Steinau hervor; weiter werden seine Glieder gefunden unter Schultheißen, Gerichtsschreibern, Pfarrern und Mönchen. Bis zu ihrem Erlöschen stellte die Familie Burgmannen in Steinau, Salmünster und Stolzenberg. Ihre Lehensgüter lagen zerstreut in Schlüchtern, Hundsrück, Steinau, Elm, Hintersteinau, Drasenberg, Gundhelm, Marjoß, Bellings, Seidenroth, Crainfeld, Radmühl und Burkhards.

Was in der Heimatstadt heute noch sichtbar an sie erinnert, sind neben den genannten Häusern zwei Grabsteine, von denen der ältere, unbeschriftete den Wappenschild des Geschlechtes, der jüngere aus dem Ende des 15. Jahrhunderts Bildnis und Namen des Hans von Schlüchtern und seiner Frau trägt.

Wörtlich heißt die Inschrift: Ano.dm. m.cccc,l xxx.der. erber. und.veste. hans. vo.sluchter.de.got.gnade. und.amely. sy.eliche.husfrawe.ey.tzobelin.de.got.gn. Im heutigen Deutsch würde das lauten: Im Jahre des Herrn 1480 der ehrbare und feste Hans von Schlüchtern, dem Gott gnade, und Amely, seine eheliche Hausfrau, eine Zobelin (von Guttenberg), der Gott gnade.

Das Ehepaar ist grob handwerklich in Sandstein gehauen. Mann und Frau halten Rosenkränze in den Händen. Der Ritter umfaßt dazu mit der Linken den Schwertgriff. Er steht in voller Rüstung. Die Frau tritt mit spitzen Schuhen ein Hündchen unter sich. Das Mannesgesicht unter der Schallern, dem gotischen Helm, und das Frauengesicht zwischen Haube, Wangen- und Kinnbinde sind kindlich formelhaft angedeutet, von Porträtähnlichkeit kann also keine Rede sein. Über ihren Häuptern die väterlichen und mütterlichen Wappen: Schlüchtern, Mühlheim – Zobel von Guttenberg, Thüngen.

1458 belehnte Abt Johann von Schlüchtern Hans von Schlüchtern genannt Katzenbiß mit einem Hofe im Hinhalberdorf (Ortsteil von Schlüchtern) "do das steynen Huß uff steet". Das ist die erste schriftliche Nachricht, die den Ritter nennt. Es bestehen fünf weitere, die ihn als Siegler, Zeugen, Tauschpartner oder Verkäufer anführen, also nichts Besonderes, nur das allgemein übliche solcher Urkunden aussagen. Mit einer Ausnahme: 1475 findet sich Hans von Schlüchtern unter den Fußknechten, die der Rat der Stadt Frankfurt gegen Karl den Kühnen, Herzog von Burgund, der Neuß belagerte, im Reichsheere ausschickte.

Text aus dem Buch von Wilhelm Praesent "Schlüchterner Gestalten"

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