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Frowin von Hutten

(14. Jahrhundert)

Eine der hervorstechendsten Gestalten des heimischen Rittertums war der Erbauer der Schlüchterner Huttenkapelle, Frowin von Hutten. Er wurde als Sohn Hermanns von Hutten, wahrscheinlich auf Burg Stolzenberg bei Bad Soden, geboren. 1327 erhielt er zusammen mit seinem Vater von Fulda ein Burglehen zu Stolzenberg und das Amt Herolz. Vater und Sohn verpflichteten sich dabei, auf dem Stolzenberg zu wohnen. Danach wurde er fuldischer Burgmann auf Schloß Werberg bei Brückenau, Amtmann auf Schloß Stolzenberg und später auch zu Neuhof. 1348 verlieh ihm Ulrich III. von Hanau sein Amt in Herolz.

1346 waltete er als Amtmann desselben Herrn auf Schloß Schwarzenfels. Die Urkunden zeigen ihn meist in friedlichen Geschäften als Zeugen, Bürgen und Schlichter. 1358 aber nahm er auf der Seite des Steinauers an einer Fehde gegen Lutz von Thüngen, Heinrich Marschall von Wallbach und Berthold von Bibra teil, die um den Besitz der Burg und des Gerichtes Altengronau entbrannt war. Nach der Vergleichung des Streites verkaufte er Ulrich III. seinen Altengronauer Anteil. Sonst war er, mehr Käufer als Verkäufer, am Ende seines Lebens ein wohlhabender Mann.

Er hatte Güter, Einnahmen und Nutzungen in Vollmerz, Ramholz, Sannerz, Herolz, Elm, Schwarzenfels, Weichersbach, Mottgers, Grieshof, Altengronau, Oberkalbach, Gundhelm, Marjoß, Emersbach (bei Altengronau), Rohrbach (bei Marjoß), Gerrode (bei Jossa), Lindenberg (im Osten des Kreises), Hof Eschenberg (bei Schwarzenfels), Dittenbrunn, Rodelsau (bei Jossa), Heswinden (bei Vollmerz), Veitsteinbach, Zeitlofs, Burg-, Mittel-, Obersinn, Aura, Rupboden, Haselbrunn (bei Gemünden), Weißenbach (bei Brückenau), Roßbach, Ober-, Niederdetter, Orb, Soden, Salmünster, Steinau, Klesberg, Schlüchtern, Hof Reith, Neuhof und Leibolds (beim Sparhof). Bei der Totteilung (restlose Teilung vorher gemeinsamen Besitzes) 1364 mit seinen Neffen Frowin und Konrad von Hutten fielen ihm besonders die im Quellgebiet der Kinzig und die im Sinngrund liegenden Güter zu, deren Mehrwert er mit einem Aufgeld von 250 Pfund Heller und 365 Gulden bezahlte.

1351/54 ließ er zusammen mit seiner Frau Tamburga (aus nicht bekanntem Geschlecht) eine Begräbniskapelle für seine Familie am Westturm des Klosters Schlüchtern errichten, beschenkte sie großzügig und ließ in stolzer Kürze die Inschrift anbringen: Im Jahre des Herrn 1351. bewidmete Ritter von Hutten, ihr Erbauer, diese Kapelle. Seine Frau wurde als erste darin begraben. Frowins zweite Frau Luckart war die Witwe eines von Markart und eine geborene von Steckelberg; sie wird 1358 zum erstenmal genannt, und im März 1365 verhandeln ihre Kinder aus erster Ehe mit Frowin und seinem Sohn Ulrich über ihren Nachlaß.

Frowins älterer Bruder Friedrich, der in ähnlicher Weise seinen Besitz zu mehren verstand, war noch erfolgreicher als er, er wurde von Kaiser Ludwig dem Bayern zum Landvogt der Wetterau ernannt. Er starb 1348.

Frowin ist der Stammvater derer von Hutten zum Steckelberg. Er ließ zu Vollmerz eine neue Burg bauen und trug sie 1375 Hanau zu Lehen auf und starb darin in hohem Alter am 7. März 1377. Sein Grabstein, der mit dem seiner Frau zusammen die Verschandelung des Klosters überlebte, ist eine schlichte Rechteckplatte mit Schild, Helm und Helmzierde. Im geneigten Schild die zwei Schrägrechtsbalken derer von Hutten, darauf das Helmkleinod des Stolzenherger Stammes: auf einem nach vorn gerichteten Kübelhelm ein wachsender bärtiger, langhaariger, nach rechts gekehrter Mann, den die mit Federn besteckte ungarische Mütze ziert. Das Kleid des Mannes geht in die Helmdecke über, in deren Wülsten nur einige Falten zu erkennen sind. Die Umschrift lautet in gotischen Kleinbuchstaben: anno domini m. ccc. lxxvii. nonas martii obiit frowinus mildes de hutten †.

1373 erlebte der alte Frowin noch das schwere Huttensche Familienunglück, dass einer der Sippe, Frowins gleichnamiger Neffe, von Ulrich IV. von Hanau im Streit in Steinau erschlagen wurde. Dem Totschläger wurde nach gewaltsamer Gefangennahme 1376 als Sühne auferlegt, in der Huttenkapelle einen Altar mit ewiger Messe, ewigem Licht und sonstigem Zubehör zu stiften.

Burg Steckelberg

Text und Bilder aus dem Buch von Wilhelm Praesent "Schlüchterner Gestalten"

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