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Russland-Auswanderer aus dem Bergwinkel um 1766 und die Spurensuche nach ihrer Rückkehr im 20. Jahrhundert

Kaiserin Katharina II. von Russland (1729-1796) - Gemälde von Lewitzky
Kaiserin Katharina II. von Russland (1729-1796) - Gemälde von Lewitzky
Bildquelle: Digitale Bibliothek Mecklenburg-Vorpommern

von Ernst Müller-Marschhausen

Das Russlandfieber grassiert im Bergwinkel

Ein Virus grassierte in Deutschland, damals vor 250 Jahren. Das Russlandfieber. Es kam aus dem Osten, von Sankt Petersburg her, ausgelöst von der Zarin Katharina der Großen (1729-1796), einer Deutschen aus dem Hause Anhalt-Zerbst, einer der großen Herrscherpersönlichkeiten ihres Jahrhunderts. Die Reform-Kaiserin hatte den Ehrgeiz, wie schon Peter der Große siebzig Jahre zuvor, ihr Land zu „europäisieren“. Ihr Nahziel: Den weiten Süden des Riesenreiches zu besiedeln, die unterentwickelte Landwirtschaft modernisieren und auf westliches Niveau anzuheben. Darüber hinaus sollten die Siedler die Grenzgebiete zu den kirgisischen und baschkirischen Nomaden sicherer machen. Doch dazu fehlten die Menschen, vor allem Menschen mit dem Wissen und der Arbeitsgesinnung der Deutschen, Niederländer, Elsässer und Lothringer. Die sollten mit ihren höher entwickelten Bewirtschaftungsmethoden und ihrer technischen Erfahrung ihren rückständigen Muschiks ein Beispiel, ja Lehrmeister sein. So setzte die Zarin ein einzigartiges Anwerbeprogramm in Gang. Obwohl sich das „Einladungsmanifest“ vom 22. Juli 17631 in deutscher, französischer und englischer Sprache an alle Bauern und Handwerker wendete, hatte Katharina doch als eigentliche Zielgruppe deutsche Fachkräfte im Auge. Was sie damit in die Wege leitete, würde man heute eine Politik der gesteuerten qualifizierten Zuwanderung nennen. Damit hatte sie Erfolg. Ihrer Einladung folgten 1766 und im Jahr darauf an die 27.000 aus dem Westen, Tausende aus hessischen Dörfern, Hunderte von ihnen aus unserer Heimat, dem Bergwinkel.

Verlockend für die armen Hansen

Buchtitel: "Das Manifest der Zarin"
Buchtitel: "Das Manifest der Zarin" von Victor Aul
Bildquelle: Online-Shop der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland

Die Zarin sandte Anwerber aus. Das waren offizielle russische Beamte, Kommissare genannt, aber auch Agenten, die als Privatunternehmer im Regierungsauftrag Auswanderer rekrutierten. Ihre Angebote waren verlockend: Die Zarin sucht fleißige Ackerbauern und Handwerker und belohnt sie fürstlich, war ihr Werbeslogan. Wer sich als "Kolonist" (Siedler) mit seiner Familie in ihrem Reich niederlasse, dem versprach sie: 30 ha besten Boden im fruchtbaren Wolgagebiet zum unantastbaren Besitz auf ewige Zeiten, ein Darlehen in Höhe von 200 Rubeln, Steuerfreiheit bis zu 30 Jahren, freie Religionsausübung, Befreiung vom Militärdienst; Uneingeschränkte Reisefreiheit, einschließlich der Rückkehr in die alte Heimat (gegen eine Abgabe eines Teils seines Vermögens), Selbstbestimmung in der inneren Verfassung ihrer Kolonien (Dörfer) und Wahl ihrer Schulzen, und - als besonderes Privileg – Deutsch als Amtssprache, Unterhaltung eigener deutscher Schulen, kulturelle Eigenständigkeit. 2

Auswanderungsverbot der Landesherren - Viele Untertanen sind "heimlich entwichen"

Als sich das herumsprach, ging ein Ruck durch die Menschen in unserer Heimat. Viele ersuchten ihre Herrschaft, sie freizugeben und ziehen zu lassen, den Erbprinzen zu Hessen und Grafen in Hanau oder den Fürstbischof von Fulda, denn es gab viele kleine deutsche Einzelstaaten, und den Bergwinkel machten mehrere Obrigkeiten, wie zum Beispiel die Degenfelder und die Brandensteiner, noch kleinteiliger. Auf eigene Faust durften die Menschen ihr Dorf nicht verlassen, denn die damalige Staatsdoktrin hieß: Je mehr Untertanen ein Landesherr hat, umso größer ist seine wirtschaftliche und politische Macht. So ganz unbegründet war die Angst der Landesherren vor der "Abzugsseuche"3 und der "Reichsentvölkerung"4 nicht, wie es die kurfürstlich-mainzische Regierung befürchtete, denn in jenen Jahren warb auch Maria Theresia Bauern und Handwerker für die Besiedlung der dünn bevölkerten ungarischen Tiefebene, und viele aus dem Bergwinkel, namentlich aus Ulmbach, folgten ihrer Einladung. Aber nicht nur die beiden großen Kaiserinnen suchten Siedler, auch die englischen und französischen Kolonien in Nordamerika übten eine starke Sogwirkung aus. Allein aus Altengronau sind 1766 nach dem Ruin der Spiegelglasfabrik zwanzig Arbeiterfamilien nach Nordamerika ausgewandert.5

Arme Schlucker und Taugenichtse hat die Obrigkeit gewiss nicht zurückgehalten, aber fleißigen Bauern und Handwerkern verbot sie die Auswanderung, oder genehmigte sie unter enormen Auflagen. Manche Herren schüchterten ihre Untertanen mit Horrorszenarien ein. So zum Beispiel Fürstbischof Heinrich von Bibra. Er ließ von den Kanzeln verkünden, an der Grenze werde ihnen das vorgestreckte Geld wieder abgenommen, und sie würden auf der Stirn gebrandmarkt, damit sie nicht flüchtig werden.6 Doch es gab Mutige oder Verzweifelte, die sich mit dem Verbot ihres Landesherrn nicht abfanden oder seine Entscheidung gar nicht erst abwarteten und sich trotz Androhung körperlicher Strafen im "Stockhaus" bei Nacht und Nebel aus der Dienstbarkeit des Landesherrn oder dem Frondienst davonstahlen. In den Akten wird dieser illegale Ausbruch regelmäßig mit "heimlich entwichen" vermerkt. So auch bei dem verschuldeten Niederzeller Johann Heinrich Staaff, der als "unterthänigster Knecht Johann Heinrich Staaff Von Nieder Zell" in seinem Brief vom 23. April 1766 an seinen Landesherrn, den "Durchlauchtigsten Landgraf und Erbprintz gnädigsten Fürst und Landes Vatter", um die Freigabe aus der Untertänigkeit und die Erlaubnis zur Auswanderung ersuchte. Aber da der Landgraf und sein Amtmann in Steinau das Gesuch auf die lange Bank schoben, packte er eines Nachts seine Habseligkeiten und machte sich mit seiner Frau und seinen Kindern auf den Weg zu den russischen Anwerbern, unterschrieb den Contract und war von diesem Augenblick an für seinen geprellten Landesherrn nicht mehr greifbar. Was blieb da den Beamten in Hanau anderes übrig, als seine Akte mit der lapidaren Protokollnotiz zu schließen: Johann Heinrich Staaff hatte "um eine Beyhülfe zu Auferbauung seiner wohnung suppliciret; doch der erwehnte Supplicant, ohne die höchste resolution abzuwartten, ist mit Weib und Kindern heimlich entwichen und vermutlich nach Russland gezogen, mithin deßen gesuch hierdurch ohnehin von selbsten wegfällt".7

Warum sie ihre Dörfer verließen

Was hat so viele Menschen in unserer hessischen Heimat bewogen, namentlich im Vogelsberg, im Fuldaer Land und im Kinzigtal, ihre Dörfer zu verlassen und die Reise in ein fernes unbekanntes Land anzutreten? Werfen wir einen Blick in den Brief, den der uns schon bekannte Johann Heinrich Staaff der Obrigkeit in Hanau geschrieben hat. Dieser Brief gibt all den vielen eine Stimme, die ihre Entlassung aus dem Untertanenverband betrieben und um die Genehmigung zur Auswanderung ersucht haben. Aus ihm erfahren wir beispielhaft, wie sorgenvoll und perspektivlos das Leben der kleinen Leute in unserem Land damals nach dem Siebenjährigen Krieg (1756–1763) war, dessen Hauptlast der Westen des alten Deutschen Reiches zu tragen hatte, insbesondere die Territorien des heutigen Bundeslandes Hessen. So ausgelaugt war unsere Heimat, dass es "der französische Oberbefehlshaber schließlich ablehnte, seine Truppen durch Hessen marschieren zu lassen, wo weder Verpflegung noch Unterkunft beschafft werden konnte".8 Und so groß war der Hunger, dass "viele Menschen mussten Eichelbrod essen", weil im Bergwinkel "zu stark fouragiert wurde", was nichts anderes heißt, als dass die Soldaten den Bauern Lebensmittel und Pferdefutter requirierten, plünderten und brandschatzten.9

Der Niederzeller schildert seinem Landesherrn seine materielle Not, entstanden durch die Durchmärsche, die Einquartierung der Soldaten in den Wohnhäusern und ihre Verpflegung, die Fouragierungen und Spanndienste, und wenn ihn die Regierung in Hanau nicht "mit einer bedienung begnädige" (finanzielle Hilfe gewähre) zur Ausbesserung seines Hauses, werden er und seine Frau und seine Kinder bald auf der Straße liegen: Deshalb habe er auch erwogen, "mit weib und Meinen armen Kinder in die moscowittige Land Astracan Zu Zihen und mich so mit denen armen Kinder dem blinden glück Zu überlasen". Aber, wendet er ein, dieser Weg sei ihm ja wegen der Anordnung des Landgrafs verbaut, dass "kein unterthan sich bey strafe … sich gelüsten soll, außerhalb des Landes Zu Zihen".10 Zusätzlich zu all dem Elend, das der Krieg in die Dörfer gebracht hatte, mussten ja die normalen Dienste für die aufwendige Hofhaltung der Landesfürsten und ihrer Gefolgsleute ungemindert weiter geleistet werden, zum Beispiel die Spanndienste und Handdienste sowie die Jagddienste bei den herrschaftlichen Parforcejagden.

Was mag den Menschen jener Jahre die Kraft und den Mut gegeben haben, trotz des Emigrationsverbots der Landesherren und trotz der Zweifel an den Offerten der Zarin ihre Heimat für immer zu verlassen? Letztlich wird es die Hoffnung auf ein freieres Leben gewesen sein, ohne persönliche Abhängigkeit vom Grundherrn, die Hoffnung auf eigenen Besitz an Grund und Boden und die Befreiung vom Militärdienst, kurz – die Vision von einer besseren Zukunft weit weg in einem fernen Land.

Schlussformulierung und Signatur des Johann Heinrich Staaff aus Niederzell vom 23. April 1766
Schlussformulierung und Signatur des Johann Heinrich Staaff aus Niederzell vom 23. April 1766

Erste Station für die Auswanderer aus unserer Heimat war Büdingen

Wer in unserer Heimat die Freigabe aus seiner Herrschaft und die Erlaubnis zur Auswanderung schließlich doch erkämpft hatte oder "heimlich entwichen" war, der machte sich auf zum Sammelplatz Büdingen, einem der drei größten deutschen Hauptsammelplätze. Große Landesherren und Städte duldeten keine Werber und kämpften, wie es in einem Bericht der Hanauer Kanzlei vom 5. Mai 1766 heißt, "gegen das eingerissene gemeinschädliche Emigrieren",11 denn man fürchtete eine "allgemeine Reichsentvölkerung mit den schädlichsten Folgen".12 Andere drohten den Anwerbern sogar mit der Todesstrafe.13


Anders die Grafen zu Ysenburg und Büdingen: Sie gestatteten den russischen Regierungs-Kommissaren die Sammlung und Registrierung der Auswanderungswilligen in ihrer kleinen Herrschaft, denn das war ein warmer Regen für die fürstliche Kasse und für die Geschäftsleute der Stadt. Hier konnten sich die Auswanderer als "Kolonisten" registrieren lassen, und wer das erste Tagegeld angenommen hatte, für den gab es jetzt kein Zurück mehr. Er reihte sich ein in die Trecks mit jeweils etwa 500 Menschen nach Lübeck, von wo sie in einer mindestens neun Tage bis mehrere Wochen dauernden Reise nach Oranienbaum bei Petersburg verschifft wurden, hier den Treueid auf die russische Krone ablegten, und dann auf dem Landweg oder auf dem Flussweg hinunter in ihre neue Heimat um Saratow an der Wolga gebracht wurden, in ihr Siedlungsgebiet mit einer Fläche von der Größe Belgiens. Von ihrem Aufbruch aus der Sammelstelle Büdingen bis zur Ankunft in ihrer Kolonie waren die Auswanderer etwa ein ganzes Jahr unterwegs.

So wurde Büdingen zum Schicksalsort der Auswanderer aus dem Bergwinkel, aus dem Kinzigtal, aus Rhön und Vogelsberg. Aber nicht allein deshalb, weil sie sich hier aus ihrer Heimat für immer verabschiedeten, sondern die Stadt im Vogelsberg war der Ort einer Massenhochzeit in jenem Jahr, in dem die jungen und unverheirateten Leute, ehe sie sich dem Treck anschließen durften, eine persönlich schicksalhafte Wende erlebten: Sie wurden "auf Verlangen des Russisch Kayserl. Commissariats copulirt".14 Denn die Zarin spekulierte auf den erwarteten Kinderreichtums ihrer Kolonisten aus dem Westen. Deshalb hatten nur Familien mit Kindern oder junge Paare die Chance, als Kolonisten angenommen zu werden. Nur Paare, nicht Einzelne, erhielten das üppige Tagegeld für die Reise und in Russland ein Stück Land in der Größe von etwa 30 Hektar. Moralische Gründe werden wohl eine nur untergeordnete Rolle gespielt haben. Das Gebot der Zarin hatte zur Folge, dass der protestantische Pfarrer in Büdingen in jenem Jahr, vom 24. Februar bis zum 8. Juli, sage und schreibe 375 Paare getraut hat.15 Der Treck hatte sich schon von Büdingen aus auf den Weg gemacht. Vielleicht waren noch nicht alle jungen Leute getraut, vielleicht stießen noch Nachzügler hinzu, jedenfalls kamen in der evangelischen Kirche in Schlitz noch einmal 36 junge Männer und Frauen unter die Haube, unter ihnen 20 aus dem Bergwinkel.16

Die Frischvermählten werden sich vielleicht gerade ein paar Tage gekannt haben, und was sie füreinander empfanden, als sie zusammen vor den Traualtar traten, davon erzählen unsere Quellen nichts, nichts von den Liebesheiraten, nichts von den Unglücksehen. In Büdingen erzählt man sich bis heute die anrührende Legende von Verliebten, die in ihrem Dorf den Bund fürs Leben nicht hätten schließen dürfen, weil sie zu arm waren, denn die Eheschließung wurde nur dem gestattet, der eine Familie unterhalten konnte. Deshalb sei ihnen nur die Auswanderung mit der obligatorischen, unentgeltlichen Trauung in Büdingen übriggeblieben. Bei Johann Heinrich Philipp Alt und Anna Gertraud Vogel, beide aus Schwarzenfels, und am 21. April getraut17, mag es so gewesen sein, nicht aber bei den meisten anderen Brautleute, denn die kamen jeweils aus weit voneinander entfernten Dörfern und Regionen und begegneten sich hier zum ersten Mal.

Wie die Brautleute und ihre Eltern hießen, aus welchen Dörfern und Häusern sie kamen, und welchen Beruf sie hatten - das dokumentierten die Pfarrer in mehr als der Hälfte aller Trauungen in den Kirchenbüchern. Deshalb stellen das Büdinger und ebenso das Schlitzer Trauregister des Jahres 1766 eine selten ergiebige Fundgrube für die Heimat- und Familienforschung dar. Was wir aus ihnen erfahren, sollen drei Einträge (verkürzt) aus dem Schlitzer Trauregister, alle vom 22. Juli, exemplarisch veranschaulichen. An diesem Tag wurden "copulirt":"Anna Maria Bauer aus Hutten mit Joh. Caspar Faber Russisch Kayserl. Colonist aus Weisenich im Freyherrl. Düngischen. - Joh. Conrad Herber, ein Leineweber  aus Neuengronau, in der freiherrl. Düngischen Herrschaft, Russisch Kayserl. Colonist, mit Anna Maria Ulrich aus Elm im Amt Brandenstein. - Joh. Peter Lotz Russisch Kayserl. Colonist aus Breitenbach mit Elisabeth Müller aus Sterbfritz." 18

Die beiden Kirchenbücher ergänzen andere Quellen und ermöglichen der Familienforschung eine fast vollständige Erfassung der Menschen, die vor 250 aus dem Bergwinkel nach Russland ausgewandert sind. Die wichtigsten anderen Dokumente sind die Akten über die Auswanderungsgesuche im Staatsarchiv Marburg, die lückenhaft erhaltenen Transport- und Verpflegungslisten und die von russischen Beamten erstellte Registrierung der Ankömmlinge in Oranienbaum und ihrer Erstausstattung mit landwirtschaftlichem Gerät, mit Saatgut und Pferden bei ihrer Ankunft an der Wolga.

Auswanderer aus dem Bergwinkel nach Russland 1766*

Ahlersbach
Zöll(n)er, Johann

Altengronau
Zirbel, Elisabeth

Bellings
Heilmann, Martin
Lotz, Johannes
Schmidt, Ulrich
Schmitt, Johann Heinrich

Breitenbach
Günther, Johann Adam
Hellwig, Heinrich
Müller, Johann Martin
Müller, Johannes
Lotz, Johann Peter
Lotz, Peter

Eckardroth
Proescher, Nikolaus

Elm
Müller, Johann Adam
Schäfer, Caspar
Stoppel (Stobel), Joh. Christ.

Hintersteinau
Bechtold, Markus
Müller, Joseph

Hutten
Blum, Johannes
Bauer, Anna Barbara
Müller, Johann Adam

Jossa
Brand, Konrad

Kressenbach
Müller, Martin

Marborn
Dresch, Anna Margareta

Marjoß
Heinecke, Joh. Michael
Kolseibt, Johann Ludwig
Lutz, Johannes
Müller, Joseph
Stoss, Ana Gertrud
Zahn, Johann Adam
Zahn, Nikolaus

Neuengronau
Herber, Johann Conrad
Mut, Johannes

Niederzell
Bentzing, Johannes
Kaufmann, Joh.Georg Martin
Maus, Daniel
Riefer, Ludwig
Rosenberger, Adam
Schäfer, Johann Melchior
Rosenberg, Adam
Schäfer, Johannes Melchior
Schnitzer, Caspar Johannes
Staff (Stahf), Joh. Heinr.Phil.

Salmünster
Bäcker, Peter
Bergeritz, Konrad
Eihart, Matthias
Heinrich, Adam
Hubert, Sebastian
Hubert, Johannes
Keib, Konrad
Klug, Johannes
Köhler (Keller?), Sebastian
Rau, Philip
Resch, Anna Margareta
Rüb(e)sam, Valentin
Schmidt, Christoph
Schuldenberger, Joh. Heinr.
Seipel, Johann

Schlüchtern
Heil, Johann Heinrich
Kolb, Jakob
Schmidt, Johann Adam
Sincken, Michael

Schwarzenfels
Alt, Johann Heinrich Philipp
Vogel, Anna Gertrud

Seidenroth
Böst, Martin

 

Steinau
Feschler, Martin Joh. Georg
Heit, Urban
Schnarr, Philipp
Schnitzer, Johannes
Simon, Johannes
Trawand, Johann
Zoller, Karl

Sterbfritz
Bretthauer, Kilian
Koch, Johannes (Klingemühle)
Steinmacher, Heinrich Melch

Uttrichausen
Richter, Anna Margareta

Vollmerz
Zinckan, Michael

Wallroth
Berhold, Nikolaus
Lang, Nikolaus
Oy, Heinrich
Riefer (Rüffer?), Johann Heinrich
Riefer (Rüffer?), Andreas
Rieffer (Rüffer?), Melchior
Staf (Staff), Hans Peter

Züntersbach
Hergenröter, Konrad

Wort gehalten: Blühende Landschaften in Russland

Aus der geschichtlichen Ferne betrachtet, hatte die Zarin - alles in allem - Wort gehalten, wenn auch die im Manifest zugesagte volle Niederlassungsfreiheit durch die Lenkung der Einwanderer ins Wolgagebiet in Wirklichkeit stark eingeschränkt war. Zwar litten die Siedler aus dem Westen im ersten Winter in den Kolonien an der Wolga bittere Not, denn Häuser waren noch nicht gebaut und Pferde, Rinder und landwirtschaftliches Gerät als Startkapital noch nicht bereitgestellt. Zu all dem kamen Überfälle und Raubzüge der Nomaden, und mancher Siedler wäre nur allzu gerne wieder in die Heimat zurückgekehrt.19  Aber durch "Mut, Ausdauer und ständige harte Arbeit, unter Einsatz aller Familien-angehörigen und unter Verzicht auf alle persönlichen Wünsche gelang es ihnen", wie ein Zeitgenosse berichtete, "schon nach acht Jahren aus dem einst öden, baumlosen und feuchten Steppenland ein Kulturland zu schaffen, das nicht nur die russischen Nachbarn, sondern auch Besucher in Staunen versetzte".20  Und nach zwanzig Jahren waren die ursprünglich 104 konfessionell homogenen Mutterkolonien, die 73evangelischen und die 31 katholischen Dörfer, der steuerlich und politisch privilegierten Deutschen zu wirtschaftlich blühenden Landschaften gewachsen, mit eigenen Bürgermeistern, Kirchen und Schulen. 15 Mutterkolonien waren rein hessische Dörfer.21

Über ihren Start als Bauern an der Wolga informieren uns die Protokolle der russischen Beamten zum Teil recht detailliert, so zum Beispiel über den "Ackerbauer Johannes Simon, 28, ref. Aus Steinau im Hanauischen, mit seiner Frau Anna Maria, luth., eingetroffen am 20.7.67 in Krasnyj Jar.  Der Steinauer erhält: 25 Rubel, 2 Pferde, 1 Kuh, 1 Unterwagen, 1 Gabeldeichsel, 11 Sazem Seil, 2 Riemenzäume, 5 Sazen Hanfseil für Zäume". (1 Sazen sind 2,1 m).22

Ein Sprichwort, das gegen Ende des Jahrhunderts in den Dörfern an der Wolga kursierte, bringt die Lebensgeschichte der ersten Kolonistengeneration auf den Punkt:

Die ersten Jahre brachten den Tod,
die nächsten Jahre noch immer Not,
erst die letzten Jahre brachten uns Brot.23

Leben im geschlossenen deutschen Milieu

Da die Siedler vom gesellschaftlichen russischen Umfeld weitgehend abgeschottet waren, pflegten sie ihre aus der Heimat mitgebrachten Traditionen und konservierten ihre Mundarten, die sie zuhause in ihren Dörfern gesprochen hatten. In ihren Kolonien an der Wolga und auch in anderen deutschen Siedlungsgebieten im großen Zarenreich wollten sie unter sich bleiben, in ihrem Lebensalltag zählte nur die Gemeinschaft ihres Dorfes. Dem Kontakt mit benachbarten anderen Nationalitäten gingen sie aus dem Wege, und ebenso nahmen sie die russische Mehrheitsgesellschaft gar nicht zur Kenntnis, geschweige denn, dass sie sich mit Russen vermischt hätten. So lebten sie mit Duldung, ja mit Förderung der Obrigkeit in einem geschlossenen deutschen Milieu und bildeten, um es mit einer heute viel genutzten Vokabel zu bezeichnen, eine Parallelgesellschaft im russischen Reich. Eckpfeiler zur Erhaltung des Deutschtums waren ihre Kirchen und Schulen. Ihr Kinderreichtum, durchschnittlich acht Kinder hatte jede deutsche Familie an der Wolga, und das Recht der deutschen Bauern, lange vor der Entlassung russischer Bauern aus der Leibeigenschaft, Land zu kaufen, führten zur Gründung von rund 3.500 Tochterkolonien im Nordkaukasus, in Sibirien, Kasachstan, auf der Krim, am Don und im Altai.24 Seit 1766, als deutsche Siedler massenhaft in Russland einwanderten, hat sich ihre Zahl bis zum Beginn des Zweiten Weltkriegs versiebzehnfacht. 

Auswanderung von Deutschen nach Russland im 18. und 19. Jahrhundert

Deutsche aus Russland auf Spurensuche

Die Alteingesessenen im Bergwinkel können ihren Ahnen über zehn, zwölf Generationen hinweg bis weit ins 17. Jahrhundert hinein nachspüren. Als Quelle für ihre Herkunftsforschung dienen die Kirchenbücher, in denen die Pfarrer von damals bis in die jüngste Zeit lückenlos die "drei T" - Taufe, Trauung und Tod - unserer Vorfahren dokumentieren mussten. Die andere, für die hier Geborenen leicht zugängliche und verlässliche Quelle sind die behördlichen Personenstandsregister, die im Deutschen Reich seit 1876 die Bürgermeister führten. Ergänzt werden diese Hauptquellen der familiengeschichtlichen Forschung von anderem historischen Schriftgut, wie etwa von Grundbuchplänen, Steuerlisten, Prozessakten, Schullisten und amtlicher Korrespondenz. Alle diese Dokumente sind unsere schriftlich gespeicherte Geschichte. Sie machen es uns möglich, unsere Familiengeschichte mit allen Verästelungen als einen Stammbaum dazustellen, dessen Wurzeln tief in die vergangenen Jahrhunderte hinunterreichen.

Ganz anders bei unseren Landsleuten, den Deutschen aus Russland, die als Aussiedler und Spätaussiedler seit 1988 aus der Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten nach Deutschland kamen. Ihre Stammbäume gleichen zumeist niedrig gewachsenen Bäumen mit flachem Wurzelwerk. Fragen wir doch einmal einen Russlanddeutschen mittleren Alters nach seiner Familiengeschichte und nach der Herkunft seiner Ahnen: Dass seine Eltern in Kasachstan oder in Sibirien lebten, wird er berichten, er wird sich auch noch vage an seine Großeltern erinnern, und dass sie irgendwann in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts nach dem Einmarsch der Wehrmacht als Spione und Kollaborateure verdächtigt und am 28. August 1941, dem "Trauertag der deutschen in Russland, zu Staatsfeinden erklärt"25, deshalb zur Zwangsarbeit verpflichtet und aus ihrer Heimat an der Wolga weit nach Osten deportiert wurden, unter anderem in die Region Altai und in die Oblaste Omsk und Nowosibirsk. Aber hinter die Ereignisse von 1941 zurück reichen seine Familienerinnerungen nicht, und es gibt auch keine Kirchenbücher mehr, keine Personenstandslisten und keine Schularchive, in denen er nach seinen Ahnen suchen und herausfinden könnte, aus welcher deutschen Landschaft sie stammen. Denn im Zuge der Deportation der Deutschen wurden allein in dem "Autonomen Gebiet der Wolgadeutschen" fast alle rein deutschen Dörfer mit ihren Schulen, Kirchen und Verwaltungen zerstört. Aufgrund des Glaubensverbots kam auch die Pflege des kirchlichen Brauchtums in seiner früheren Form zum Erliegen. Damit wurden alle Quellen vernichtet, die für die Suche nach der eigenen Geschichte unentbehrlich sind und die eigene Herkunft hätten dokumentieren können. 1941 war die Tragödie für das historische Erbe der Russlanddeutschen. Sie haben ihre "Geschichte verloren".26 Der unsichtbare Faden, der sie mit ihren Vorfahren aus Deutschland verbinden könnte, ist gerissen.

Die Mundart weist ihnen den Weg zu ihren Vorfahren

Doch mögen auch schriftliche Zeugnisse über die Geschichte der Russlanddeutschen verloren sein – die Mundartforschung bringt sie auf der Suche nach ihren Wurzeln oft einen Schritt voran und hilft ihnen, die Region grob abzustecken, ja zuweilen sogar Dörfer zu orten, aus denen ihre Vorfahren vor 250 Jahren gekommen sind. Denn die Auswanderer haben sich in ihrer neuen Heimat in Russland ja nicht in der Dach- oder Hochsprache Deutsch verständigt – die haben sie gar nicht beherrscht -, sondern in ihrer Mundart, ihrer Muttersprache, die sie von zuhause mitgebracht hatten, etwa aus dem Hessischen, aus der Pfalz oder aus Sachsen. In ihren Kolonien und auch in anderen deutschen Siedlungsgebieten im großen Zarenreich blieben sie unter sich, nur die Gemeinschaft ihres Dorfes zählte. Deshalb ließ ihre gesellschaftliche Abschottung ihre Sprache erstarren und konservierte sie auf dem Entwicklungsstand der Zeit, als sie aus ihrer deutschen Heimat fortgezogen waren und sich in Russland niedergelassen hatten.27

Anders als die Auswanderer nach Nordamerika, die sich in der neuen Welt schnell integrierten und schon nach einer Generation assimilierte Amerikaner waren, bewahrten die Deutschen in Russland ihre ursprünglichen alten Mundarten und vererbten ihre Sitten und Bräuche ohne verändernde Einflüsse von außen von einer Generation zur anderen. Da sie auch von ihrer deutschen Heimat abgenabelt waren, wirkten sich die natürliche Weiterentwicklung der deutschen Sprache und ihre laufenden Veränderungen nicht auf das "Deutsch" aus, das man in den Kolonien sprach. Selbst noch nach ihrer Deportation im Zweiten Weltkrieg aus den Wolgadörfern und nach der Auslöschung von allem, was deutsch war, sprachen sie zumindest im Familien- und engen Verwandtenkreis in ihrer quasi ererbten Mundart. Das erklärt, dass wir uns zuweilen über den etwas altväterlichen Duktus der Sprache eines älteren russlanddeutschen Nachbarn wundern, der bis zu seiner Aussiedlung irgendwo in Sibirien oder Kasachstan in einem dezimierten russlanddeutschen Umfeld gelebt hat. Und wir sind vielleicht erstaunt, dass er auch Begriffe verwendet, die uns recht vertraut sind, weil sie zum Wortschatz unseres eigenen recht ältlichen Dialekts gehören.

Mundartforscher fanden heraus, dass sich viele Eigenheiten der hessischen Mundarten in der Sprache der Russlanddeutschen wiederfinden. Manche russlanddeutsche Aussiedler verwenden Wörter, die typisch sind für den gemächlichen osthessischen Dialekt, der in der Region zwischen dem Fuldaer Land, Brückenau, Schlüchtern und Vogelsberg  gesprochen wurde, Besonderheiten, die in anderen deutschen Sprachlandschaften nicht vorkommen. Deshalb verwenden Wissenschaftler gelegentlich gar den Begriff vom "Russlandhessischen".28 Restbeständen dieses osthessischen Dialekts begegnen wir noch heute auch in der Mundart im Bergwinkel.
Daraus folgern die Sprachwissenschaftler: Der Aussiedler aus Russland, der Wörter und Laute verwendet, die typisch für die osthessische Sprachlandschaft sind, hat sie von seinen Eltern und Großeltern übernommen und die wiederum von den Generationen vor ihnen, deren erste 1766, vielleicht aus dem Bergwinkel, nach Russland gekommen war. Obwohl sich ihre Mundart im Laufe der Zeit  mit Dialekten aus anderen deutschen Auswanderergebieten vermischt und mit ihnen ausgeglichen hat, so dass eigene dörfliche Mischidiome entstanden, in denen jedoch das Hessische überwog29, und obwohl die Deportationen im Zweiten Weltkrieg keine gewachsenen geschlossenen Sprachinseln im Westen der Sowjetunion mehr übriggelassen, sondern die Mundarten auf das ganze Riesenterritorium im Osten verstreut haben, kann der Mundartforscher bei bestimmten Schlüsselwörtern und Redewendungen in der Sprache der Russlanddeutschen die Ausgangsmundart erschließen und einschätzen, aus welcher deutschen Sprachlandschaft ihre Vorfahren nach Russland gekommen sind.
Manche unserer Landsleute aus Russland verwenden Wörter, die der Mundartforscher eindeutig dem osthessischen Dialekt zuordnet. Solche Wörter und Lautungen sind in anderen deutschen Sprachgebieten unbekannt oder äußerst selten, aber typisch für die Mundart unserer heimischen Sprachlandschaft. Gerade auch im Bergwinkeldialekt sind sie eine gewohnte Erscheinung. Eine weitgehende Übereinstimmung von Wörtern des Russlandhessischen und unserer osthessischen, heimischen Mundart, beobachten wir vorwiegend bei Wörtern zur Bezeichnungen von Verwandtschaftsbeziehungen, von Gegenständen der Hauswirtschaft und der Landwirtschaft.30 Beispiele dafür sind:

Verwandtschaftsbeziehungen: "Babbe" für Vater, "Mamme" für Mutter, "Votter" für Großvater, "Pätter" für Pate, "Döt" für Gote.
Hauswirtschaft: "Kraut" für Kohl, "Döppe" für Topf, "Kroppe" für Kochtopf.
Landwirtschaft: "Watz" für Eber, "Mock" für Mutterschwein, "Wutz" (Kindersprache) für Schwein, "Gaaß" für Ziege, "Gaul" für Pferd.

Auch einige Verben in der Sprache mancher Russlanddeutschen geben ihre osthessische Herkunft zu erkennen. In unserem Bergwinkel-Dialekt werden sie bis heute verwendet. Beispiele dafür sind: Der Hund "gauzt" für bellt; sie "bischbelt" für flüstert, das Kind "greint" für weint, er "schnaut" für atmet.

Es gibt noch eine andere Eigentümlichkeit, und zwar in der Lautung mancher Wörter, die auf unsere Sprachlandschaft zwischen Vogelsberg und Spessart hinweist und ein weiteres deutliches Indiz für Übereinstimmungen des Russlandhessischen mit unserer osthessischen Mundart ist. Wenn die Konsonanten t und d zwischen Vokalen stehen, werden sie zu r. Dieser Wechsel tritt in anderen hessischen Dialekten nicht auf. Beispiele dafür sind: "Schliere" statt Schlitten, "geschniere" statt geschnitten, "geliere" statt gelitten, "wiere" statt wieder, "sarich" für sagt' ich, "Bruer" für Bruder, "Kere" für Kette.

Heimkehrer ins Land der Vorväter

Ende der Achtzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts öffnete sich für die Deutschstämmigen in Russland das Tor zum Westen. Ein lawinenartiger Exodus setzte ein. Seither verließen 2,3 Millionen Russlanddeutsche, Nachkommen der Kolonisten des 18. und 19. Jahrhunderts, als Aussiedler und Spätaussiedler die Sowjetunion und ihre Nachfolgestaaten und sind Binnendeutsche geworden, im amtlichen Sprachgebrauch "Bundesbürger russlanddeutscher Herkunft", 1.100 von ihnen haben sich in den vier Städten und Gemeinden im Bergwinkel niedergelassen.31 Für den Historiker sind sie, genau genommen, keine "russlanddeutschen Aussiedler" oder "Spätaussiedler", sondern sie sind als "Heimkehrer" im Land ihrer Vorväter angekommen. Wenn sich jetzt der eine oder andere von ihnen auf die Suche nach seinen Urahnen macht, die damals vor 250 Jahren aus unseren Dörfern nach Russland aufgebrochen sind, der ist gut beraten, sich zunächst einmal an den Anhaltspunkten zu orientieren, die ihm die Mundartforschung an die Hand gibt. Hat er seinen Dialekt identifiziert, zum Beispiel als typisch osthessisch, und erinnert er sich darüber hinaus gar noch an die Familiennamen seiner Großeltern, die einst an der Wolga siedelten, kann er jetzt in die mühselige Puzzlearbeit des Recherchierens in Archiven und Quellensammlungen einsteigen. Mit viel Geduld und ein wenig Glück wird er dann auf Namen seiner Ururvorfahren stoßen und vielleicht auch das Dorf ausfindig machen können, aus dem sie damals mit Erlaubnis der Obrigkeit aufgebrochen oder heimlich entwichen sind, um dem Ruf der Zarin in eine bessere Zukunft zu folgen.

Quellen

* Die Liste der Auswanderer aus dem Bergwinkel nach Russland um 1766, wurde erstellt auf der Grundlage folgender Quellen: Staatsarchiv Marburg (StAMarburg) Akta der Hochfürstlichen Hess. Regierung zu Hanau. Darunter die Akte Johann Heinrich Pilipp Staaff, Bestand 80 I-II, XXXII B Nr. 88. - Auerbach, Inge, Hessische Auswanderer (HESAUS). Index nach Familiennamen. Bd. 1 Auswanderer aus Hanau im 18. Jahrhundert. Marburg 1987. - Hoffmann, Hermann, Auswanderung nach Russland im Jahre 1766. (Mit dem Büdinger Copulationsregister). In: Mitteilungen der Hessischen Familiengeschichtlichen Vereinigung in Darmstadt, Heft 4, 1927. - Pleve, Igor, Einwanderung in das Wolgagebiet 1764-1767. Bd. 1- 4. Hrsg. von Alfred Eisfeld, Göttingen 1999-2008. - Pleve, Igor, Lists of Colonists to Russia in 1766. "Reported by Ivan Kulberg", Saratov State Technical University 2010. - Stumpp, Karl, Die Auswanderung der Deutschen nach Russland in den Jahren 1763 bis 1862. Tübingen 19783 Beinhaltet das Verzeichnis der Auswanderer aus Hessen ins Wolgagebiet in der Zeit 1763-1769. - Die Namen der Kolonisten und ihrer Herkunftsorte wurden nach Gehör geschrieben und vor allem von den russischen Beamten beim Aufschreiben manchmal entstellt, so dass uns einige Namen in ganz unterschiedlicher Schreibweise begegnen: Staaf neben Staph und Staff; Wellenrod und Wallnerrothen für Wallroth, Eckendrodt für Eckardroth usw.

Literatur

Auerbach, Inge (Wiss. Bearb.), Auswanderung aus Hessen. Ausstellung der Hessischen Staatsarchive zum Hessentag 1984 in Lampertheim, Marburg 1984. - Berend, Nina, Russlanddeutsches Dialektbuch. Die Herkunft, Entstehung und Vielfalt einer ehemals blühenden geschlossenen Sprachgebiets, Halle 2011. - Bonwetsch, Gerhard, Geschichte der deutschen Kolonien an der Wolga. Schriften des Deutschen Ausland-Instituts Stuttgart, Stuttgart 1919. - Dalos, György, Geschichte der Russlanddeutschen. Von Katharina der Großen bis zur Gegenwart, München 2014. - Decker, Klaus-Peter, Büdingen als Sammelplatz der Auswanderung an die Wolga 1766 (beinhaltet Trauregister vom 24.2. bis 8. 7.1766), Büdingen 2009. - Frey, Julius, Auswanderung aus den Kreisen Gelnhausen und Büdingen im Jahre 1766, in: Geschichtsblätter für die Stadt Gelnhausen, Gelnhausen 1965. - Heinz, Viktor, Der eine spricht, der andere schwätzt, der dritte babbelt. Einiges über die Mundarten der Deutschen aus Russland, Augsburg 2008. - Konzelmann, Gerhard, Die Wolga. Schicksalsstrom der Völker, Hamburg 1999. - Korn, Robert, Der Lohn für die Treue. Geschichte der Wolgadeutschen, 2012. - Prieb, Alexander, Deutsche Kolonisten Russlands 1763-2006, Augsburg o.J. - Praesent, Wilhelm, Bergwinkel-Chronik. Schlüchtern 19682. - Schippan, Michael / Striegnitz, Sonja, Wolgadeutsche. Geschichte und Gegenwart, Berlin 1992. - Schütz, Philipp, Der Ruf der Zarin. Ein Beitrag zur Auswanderung hessischer Familien nach Russland, Marburg 1992. - Wolff, Fritz, Absolutismus und Aufklärung in Hessen-Kassel 1730-1806. S. 139, in: Die Geschichte Hessens. Hrsg. von Uwe Schultz, Stuttgart 1983.

Fussnoten:

1 Schippan S. 216 ff.
2 Schippan a.a.O.
3 Auerbach S. 47.
4 Zit. n. Frey S. 32.
5 Praesent S. 117.
6 Schippan S. 14.
7 StA Marburg Akte Staaff.
8 Wolff S. 138.
9 Praesent S. 116.
10 StAM Akte Staaff.
11 StAM Akta.
12 Zit. n. Decker S. 35.
13 Delos S. 16.
14 Zit. n. Decker S. 61.
15 Hoffmann S.109 ff.
16 Stumpp S. 165 a. - Wo die katholischen jungen Leute getraut wurden, darüber hat der Verfasser bisher in den Dokumenten noch nichts gefunden.
17 Hoffmann S. 115.
18 Stumpp a.a.O.
19 Vgl. Korn S. 55.
20 Zit. n. Schütz S. 16 f.
21 Stumpp S. 15 und Prieb S. 58.
22 Pleve, Einwanderung, II, S. 424
23 Schütz S. 18.
24 Prieb S. 51.
25 Korn S. 46.
26 Prieb S. 8 und 180 f.
27 Konzelmann nach Heinz S. 76.
28 Berend S. 66 ff.
29 Bonwetsch S. 84.
30 Heinz S. 96 ff. und Berend a. a. O.
31 Mitteilung der Einwohnermeldeämter von Sinntal, Schlüchtern, Steinau und Bad Soden-Salmünster 2011.

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