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Die Tafel im Bergwinkel

Eine Erfolgsgeschichte im Altkreis Schlüchtern - Von der klösterlichen Armenfürsorge zu (den) Tafel-Kunden

von Ernst Müller-Marschhausen

Die heilige Katharina
Die von L. Hesselbarth, Straßburg, aus Marjoßer Ton und für das Schlüchterner Kloster geformte heilige Katharina

Armenfürsorge im Hochmittelalter unter der Zuständigkeit von Kirche und Klöstern

Armenfürsorge lag im Hochmittelalter vornehmlich in der Hand der Kirche und der Klöster. Neben ihnen übten auch Stiftungen, Laien-Bruderschaften und Innungen Mildtätigkeit aus. Erst mit Beginn der Neuzeit nahmen sich dann auch Kommunen der Armen und Kranken an.
Arme vor den Klostermauern zu speisen, Kranke zu pflegen oder Pilger zu beherbergen, war den Mönchen so wichtig wie Gottesdienst, denn Caritas – das hieß: "den Armen, Bedürftigen, Fremden und Pilgern täglich Werke der Barmherzigkeit zu erweisen" - war nach den Regeln des heiligen Benedikts neben Liturgie und Gebet die zentrale Aufgabe im religiösen Leben der Mönche.
Auch die Mönche im Kloster Schlüchtern waren Benediktiner, und deshalb war es ihre vornehme Pflicht, allen zu helfen, die an die Klosterpforte pochten. Sie verteilten Viktualien, Küchenspeisen, Kleider und Decken an Hilfsbedürftige, pflegten Kranke und beherbergten wegemüde Pilger in ihrem Kloster-Spital, das im 13. Jahrhundert seinen Platz direkt neben der Katharinen-Kapelle am Westturm des Klosters hatte. Die heilige Katharina war auch die Patronin der Spitäler.

Von einer für die Benediktiner charakteristischen Fürsorge-Tradition erfahren wir aus den Annalen des Schlüchterner Klosters: War ein Bruder gestorben, wurde noch nach seinem Tod, 30 Tage lang, morgens, mittags und abends seine Essensportion auf seinen angestammten Tischplatz im Refektorium gestellt, hernach abgeräumt und den Bedürftigen gegeben. Den Brauch wiederholte man Jahr für Jahr am Todestag des Bruders. Dieses liturgische Totengedenken der Benediktiner ließ die Zahl der Anlässe für Sonderverteilungen (Präbenden) im Laufe der Jahrzehnte so stark anwachsen, dass die Armenspeisung zu einer großen wirtschaftlichen Belastung für die Klöster wurde.
Eine vergleichbare Rolle kam später dem Franziskanerkloster in Salmünster zu. Selbst noch vor 80 Jahren, als die wirtschaftliche Not, ausgelöst vom Schwarzen Freitag an der New Yorker Börse, auch bei uns ihren schlimmen Höhepunkt erreichte, verteilten die Franziskaner an der Pforte ihres Klosters in einem Jahr 4.500 Portionen Essen, vorwiegend an hungrige Wanderarbeiter.
Als Abt Christian Happ, einer der bedeutendsten Vorsteher des Schlüchterner Klosters, im Jahr 1534 starb, hinterließ er eine Stiftung mit einem Vermögen von 400 Gulden, mit dem, das bestimmte er in seinem Testament, ein neues Hospital zu errichten sei. Es half Jahrhunderte lang den Armen und pflegte die Kranken. Später ging es in städtischen Besitz über. Das erste Hospital war ein Haus in einer Nebengasse der Krämerstraße (Sackgasse), das letzte Hospitalgebäude stand bis 1934 in der Brückenauerstraße, heute gehört das Anwesen der Familie Gold. Seine Entscheidung, so heißt es im Testament des Klosterabts, habe er aus "christlich milter Bewegung" getroffen.
Wir sehen an all dem: Armenfürsorge im Hochmittelalter speiste sich allein aus dem Glauben. Sie war die praktische Umsetzung von Jesu Gebot der Nächstenliebe: "Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst" und seiner Botschaft im Gleichnis vom barmherzigen Samariter: "Was Ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt Ihr mir getan".

Armenfürsorge im Wandel in der Neuzeit bis hin zur staatlichen Wohlfahrt

Mit dem Beginn der Neuzeit – etwa zu Beginn des 16. Jahrhunderts – wandelten sich Beweggründe und Form der Armenfürsorge. Das Bürgertum erstarkte, die Städte wuchsen, und die Menschen gewannen ein neues, ein weltliches Selbstbewusstsein. Im Gleichlauf damit verloren Kirche und Klöster ihre Alleinzuständigkeit für die Armenfürsorge. Sie traten viele Aufgaben an weltliche Institutionen ab oder ergänzten sie mit neuen eigenen. Im 19. Jahrhundert richteten Städte und Kreise ganz losgelöst von der Kirche und weltanschaulich neutral, aus gesellschaftlicher Verantwortung und politischem Kalkül "Armenämter" ein. Jahrzehnte später kam die "staatliche Wohlfahrt" hinzu, institutionalisiert in den uns vertrauten "Fürsorgeämtern" und "Sozialämtern". All dies war zwar noch mit beeinflusst von der christlichen Soziallehre, aber institutionell losgelöst von der Kirche.
Parallel zur staatlichen, politisch begründeten "Fürsorge", teils aber auch schon früher als diese, gründeten die Kircheneigene Einrichtungen, die sich der Menschen am Rand der Gesellschaft annahmen. So reichen die Wurzeln des Diakonischen Werkes der evangelischen Kirche bis ins frühe 19. Jahrhundert hinunter. Einen Meilenstein in der Entwicklung der evangelischen Sozialarbeit hat der Theologe Johann Hinrich Wichern mit der Gründung der "Inneren Mission" 1848 gesetzt, der großen Initiative gegen "geistliche und materielle Armut und soziale Not". Mit ihm entdeckte die evangelische Kirche die soziale Frage wieder neu. Wichern sorgte dafür, dass ein Ruck durch die evangelische Kirche in Deutschland ging. Für den katholischen Theologen Lorenz Werthmann war die Gründung der "Inneren Mission" Vorbild und Ansporn für die Bündelung der vielen katholisch-caritativen Bewegungen seit Jahrhundertbeginn im "Caritasverband für das katholische Deutschland" 1897.
Die Wohlfahrtsverbände unserer Kirchen, das "Diakonische Werk" und die "Caritas", sehen sich heute zwar in der Tradition der christlich begründeten Fürsorge für Arme, Kranke und Ausgegrenzte, und sie richten auch wie ehedem ihr Tun und Handeln aus an Jesu Gebot und Botschaft, doch ihre Motive unterscheiden sich von denen der christlichen mildtätigen Fürsorge des Mittelalters: Die Menschen damals verstanden ihr Geben und Fürsorgen vorwiegend als ein Mittel zum Erwerb des ewigen Seelenheils, quasi in Erwartung einer Belohnung im jenseitigen Leben. Von dieser Vorstellung eines Tauschgeschäfts mit dem Himmel sind wir heute frei. Im Sinne der Bibel helfen zu können, versteht der Christ heute eher als Frucht seines Glaubens.
Neben der neuzeitlichen Armen-Fürsorge des Staates und der Wohlfahrtsverbände traten auch immer wieder einmal einzelne private Wohltäter hervor, die ihr Vermögen oder Teile davon "spendeten", stets an einen gemeinnützigen Zweck gebunden und ohne Erwartung einer Gegenleistung, wie es etwa Sponsoren tun. Zumeist waren die Empfänger bedürftige Menschen, Gruppen oder Institutionen, die einer besonderen Unterstützung bedurften. In unserer Heimat sind Johann Joachim Weitzel und Henry Harnischfeger Beispiele dafür. Ein Beispiel für eine mildtätige Stiftung in unserer Heimat ist das Krankenhaus in Schlüchtern, ein Geschenk der Ludovica Freifrau von Stumm. Aber diese Form der Armen-Fürsorge war singulär und zufällig und konnte Hunger und Armut jeweils nur punktuell lindern.

Arbeiterwohlfahrt Schlüchtern, 1975
Arbeiterwohlfahrt Schlüchtern, 1975

Von der Armenfürsorge zur Kundenbetreuung = Von Armen zu Kunden

Zur öffentlichen staatlichen Fürsorge - den Ämtern - und zu den großen Verbänden der freien Wohlfahrtspflege – der kirchlichen wie Diakonie und Caritas, den humanitären, wie dem DRK, und den politischen, wie der AWO – trat im vergangenen Jahrhundert die auf rein privater Grundlage gemeinnützig handelnde "Tafel" hinzu. Ihre Ursprünge gehen zurück auf die 1963 in Phoenix Arizona ins Leben gerufene Food Bank. Es war eine Art Lebensmittelbank, die sich um einen Ausgleich zwischen Lebensmittelüberfluss und Bedürftigkeit bemühte. An ihr orientierte sich eine Initiativgruppe Berliner Frauen, als sie 1993 die "Berliner Tafel" gründete, die erste in Deutschland. Sehr schnell folgten Gründungen in anderen Städten. Ende 2011 sind es 890 Tafeln mit weit über 2.000 Ausgabestellen. Sie sind zusammengeschlossen unter dem Dach "Bundesverband Tafel e.V." Der SPIEGEL nannte damals die Tafel die "größte soziale Bewegung der neunziger Jahre".

Die Tafel: Ein Markenzeichen in Deutschland

Die Tafeln in Deutschland weisen in der Gesamtheit ihrer Charakteristika ein hohes Maß an Einheitlichkeit auf: In ihrem Sinn- und Werteverständnis, ihrem Leitbild, ihrer Organisation und in ihrem Auftreten und Handeln. Insofern ist die "Tafel" zu einem Markenzeichen in Deutschland geworden. Ihr einmaliges und unverwechselbares Profil prägen insbesondere die folgenden fünf Faktoren:

  • Sammeln und verteilen: Die Tafel baut eine Brücke zwischen Überfluss und Mangel, zwischen denen, die zu viel und denen, die zu wenig haben, indem sie überschüssige und qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden und ansonsten vernichtet würden, von Spendern und Sponsoren einsammelt und an bedürftige Menschen verteilt.
  • Privat und gemeinnützig: Die Tafel ist eine private gemeinnützige Hilfsorganisation; sie erhält keine Mittel von der öffentlichen Hand, von Kirchen oder von Verbänden der freien Wohlfahrt, sondern finanziert sich aus Spenden.
  • Ehrenamtliches Engagement: Das Herz der Tafel ist das ehrenamtliche Engagement der Helferinnen und Helfer. Und das machten ihren Corpsgeist aus: Sie schenken der Tafel ihre Freizeit, ihre Arbeitskraft und ihren persönlichen Einsatz.
  • Direkte, praktische und unbürokratische Hilfe: Es wäre besser, unsere Gesellschaft bräuchte die Tafel nicht. Manche kritisieren das Tafel-Prinzip, weil es das soziale Unrecht kaschiere und den Staat aus seiner Verantwortung gegenüber Bedürftigen und Benachteiligten entlasse. Aber solange es Menschen in unserem Land gibt, die nicht satt werden, und solange die Spannung zwischen der Not von heute und der zukünftig besseren sozialen Welt noch besteht, legen die Helfer in der Tafel die Hände nicht in den Schoß und warten nicht darauf, dass es der Staat und andere schon richten werden. Ihr Selbst- und Weltverständnis ist anders: Sie entscheiden sich aus eigener Verantwortung für die eigene praktische Tun. Und ihre Maxime heißt deshalb: Selbst Hand anlegen, sofort und unkompliziert handeln und ohne viel Umstände und Umwege über Institutionen.
  • "Kunden"hat sich in Deutschland als Bezeichnung für die Tafelnutzer eingebürgert. Wenn man all seine Bedeutungsnuancen durchdekliniert, wird man zu dem Schluss kommen, dass dieser Name das Verhältnis zwischen den Hilfeempfängern und den Gebenden eher schönredet, denn der "Kunde" der Tafel ist ja alles andere als ein Auftraggeber wie im Geschäftsleben bei einem Geschäftsvertrags. Gleichwohl – wir verwenden ihn und keinen anderen. Und das ist gut so, denn er vermittelt zumindest den Hilfeempfängern das Gefühl, nicht bemitleidenswertes Objekt einer Armenfürsorge wie früher und gesellschaftlich ausgegrenzt zu sein. Eine stabilisierende Wirkung auf sein Selbstwertgefühl des Empfängers hat auch der Preis von zwei bis höchstens drei Euros, der grundsätzlich für den "Kauf" eines Korbs mit Lebensmitteln zu zahlen ist. Und auch für den Helfer vor Ort im direkten persönlichen Kontakt mit dem Bedürftigen ist das Wort "Kunde" von Nutzen: Es kann ihn sensibilisieren für die Würde des Empfängers und soll ihn stets daran erinnern, dem Kunden respektvoll zu begegnen. Insofern kann das Wort "Kunde" zumindest im Ansatz das Handeln auf Augenhöhe begünstigen.

Zwei Steinauer haben zur selben Zeit die gleiche Idee: Wir gründen eine Tafel

Bei unseren Recherchen nach den aller ersten Spuren der Tafel im Bergwinkel stoßen wir in schriftlichen Zeugnissen ebenso wie in Schilderungen von Zeitzeugen auf die Stadt Steinau, auf das Jahr 2006 und auf die Namen zweier Steinauer: Hausfrau Alexa Zich und Pfarrer Martin Müller-Lorch. In diesem Jahr sprach die Hausfrau als potentielle Kundin einer Tafel, und der Pfarrer knüpfte an Tafelberatungen an, die schon – so haben unsere Nachforschungen ergeben - seit April 2005 (Pfarrkonferenz in Oberzell) und November 2005 (Konferenz in Kressenbach) auf der Agenda der Pfarrkonferenzen im Kirchenkreis Schlüchtern standen. Wer aber von beiden wirklich zuerst die Idee einer Tafelgründung in unserer Heimat nachweislich auch vor anderen im öffentlichen Raum geäußert hat, das lässt sich nicht mehr mit Eindeutigkeit ermitteln. Im Übrigen kommt es auch keinem der beiden Vorkämpfer darauf an, die Erstidee für die Tafel im Bergwinkel für sich zu beanspruchen. Die Beiden sind heute glücklich darüber, dass sie für ihre Idee schnell Gleichgesinnte und Mitstreiter gefunden haben, die mit ihnen den Stein ins Rollen brachten und das Wagnis eingingen, überhaupt einmal über die Realisierbarkeit und Chancen einer Tafel in unserem ländlichen Raum nachzudenken. Dabei blickte man auch ein bisschen über den Bergwinkel hinaus, nach Fulda, nach Bad Brückenau und nach Gelnhausen, wo die Tafel schon eingerichtet war und ihre erste Bewährungsprobe bestanden hatte.
Ein Samenkorn geht nur auf, wenn es auf fruchtbaren Boden fällt, und eine Idee nimmt nur Gestalt an, wenn eine Organisation da ist, deren Menschen sie aufgreifen, etwas aus ihr machen und sie in praktisches Handeln umsetzen. Diese Organisation war das Diakonische Werk des Kirchenkreises Schlüchtern.

Logo der „Steinauer/ Schlüchterner Tafel“
Logo der „Steinauer/ Schlüchterner Tafel“

Das Aufbauteam "Arbeitsgruppe TAFEL"

Die Ideengeber, die Hausfrau Alexa Zich und der Gemeindepfarrer Martin Müller-Lorch, wurden gehört, so von Natalia Siderwow, Walter Pickert, Hans-Peter Bechtold und vor allem auch von Bürgermeister Walter Strauch. Und es gab ja diese Organisation des Diakonischen Werks mit seinem einschlägigen Erfahrungspotenzial und seiner zweckmäßigen Infrastruktur, das, nach dem Startschuss von Dekan Fritz-Eckhard Schmidt jetzt daran ging, die Idee der beiden Steinauer bis zur Praxisreife weiterzuentwickeln. Es bündelte die verschiedenen Anstöße und Initiatoren in der "Arbeitsgruppe TAFEL", und diese packte die Aufgabe an, die Tafel-Gründung zielgerichtet vorzubereiten.
Anschubhilfe kam vom Kirchenkreis und von der Stadt Steinau. So beriet die "Arbeitsgruppe TAFEL" vom 25. Juni 2007 bis in den Oktober hinein in sechs Sitzungen, mal im evangelischen Gemeindehaus Steinau, mal in der Markthalle, mal im katholischen Gemeindehaus, stets moderiert von Pfarrer Martin Müller-Lorch und von der damaligen Diakoniepfarrerin Simone Schneider (Oberzell).
An dieser Vorbereitungsarbeit im Diakonischen Werk nahmen neben den beiden Geistlichen ständig teil Hans-Peter Bechthold, Barbara Buschhaus, Susanne Habchi, Astrid Keul, Rudi Lauer, Walter Pickert, Bernd Reekers, Alfred Rehberg und Alexa Zich. Sie bildeten den harten Kern des Aufbauteams, führten den Erfahrungsaustausch mit Tafeln in Gelnhausen, Frankfurt am Main und Fulda und bezogen spezielle Vorgaben des Beraters des Bundesverbandes Tafel, Herrn Mengeringhaus, in ihre Planungen ein. Dabei ging es um Details, die gleichwohl konstitutiv für eine Tafel sind, z.B. um den Tafel-Namen: Die Bundessatzung verlangt aus verbandsjuristischen Gründen, dass stets ein Ortsname der Tafel vorangestellt werden muss; so ist der Name "Steinauer/ Schlüchterner Tafel" zu erklären, obwohl sie sich heute über den ganzen Bergwinkel erstreckt.
Von zwei Seiten wurde die Vorbereitungsarbeit des Aufbauteams nachhaltig unterstützt: Zum einen von der Stadt Steinau. Sie sagte der Tafel die kostenlose Nutzung der Räume im Marstall (Am Kumpen) als Zentrale zu. Das sollte von den anderen Bergwinkel-Kommunen zugleich auch als Ansporn verstanden werden, Gleiches zu tun. Zum anderen waren es die "Kinzigtal-Nachrichten", die mit Aufmerksamkeit die Arbeit des Aufbauteams begleiteten und stets umfassend, wohlwollen und werbend über die jeweiligen Etappen der Vorbereitung berichteten. Darüber hinaus förderten schon in der Vorbereitungsphase, also noch lange vor der offiziellen Tafelgründung, Spender und Sponsoren den Aufbau, unter ihnen Dr. Constantin von Brandenstein und die Kreissparkasse Schlüchtern.
Die Zeit war reif: In seiner letzten Sitzung, am 9. Oktober 2007, legte das Aufbauteam das beschlussfähige konzeptionelle Satzungs-Gerüst für die angestrebte Tafel im Bergwinkel vor, u.a.:

  • Träger der Tafel ist der Verein "Steinauer/ Schlüchterner Tafel e.V." Bevor der neu zu gründende Tafelverein in die überkonfessionelle Selbständigkeit entlassen wird, übernimmt in der Startphase zunächst die Geschäftsstelle des Diakonischen Werks in Schlüchtern, Dreibrüderstraße 1, die Verwaltungs- und Organisationsarbeit (Frau Susanne Habchi, Pfarrerin Simone Schneider).
  • Der Name "Steinauer/ Schlüchterner Tafel e.V." lässt gleichwohl die Ausdehnung des Wirkungskreises nach Sinntal und Bad Soden-Salmünster offen, steht also de facto für den ganzen Bergwinkel.
  • Im Falle der Auflösung des Vereins fällt das Vermögen an das Diakonische Werk des Kirchenkreises Schlüchtern.
  • Zweck der Tafel ist die selbstlose Unterstützung von bedürftigen Personen mit niedrigem Einkommen, etwa Hartz IV-Empfängern mit Lebensmitteln (jedoch kein Fleisch, kein Fisch, keine Pilze) und anderen Waren des täglichen Bedarfs, wie z.B. Spielsachen, Schulsachen.
  • Die Sammlung und Abholung gespendeter Waren des Groß- und Einzelhandels erfolgen mit eigenen Kraftfahrzeugen.
  • Die warenwirtschaftliche Zentrale – Einholen, Kontrolle, Verteilen, Fuhrpark, Logistik - ist in Steinau (Marstall, Am Kumpen), mit zwei Ausgabestellen in Steinau (ebenfalls Marstall) und Schlüchtern (Pavillon in der Kurfürstenstraße 18). Vielleicht haben schon damals ganz Mutige daran gedacht, später weitere Ausgabestellen in Sinntal (heute ehemaliges Bauamt im Rathaus in Sterbfritz) und in Bad Soden-Salmünster (heute Lorbachhaus in der Sprudelallee) zu eröffnen.
Das vom Lions Club Schlüchtern gestiftete Verteilerfahrzeug der „sst“
Das vom Lions Club Schlüchtern gestiftete Verteilerfahrzeug der „sst“

Geschafft: Die Gründung der Tafel am 30. Oktober 2007

Bald 100 Menschen waren zur Gründungsversammlung in der Steinauer Markthalle erschienen. Dekan Fritz-Eckhard Schmidt sagte in seiner Eröffnungsansprache, dass sich Christen angesichts der akuten Not, "dieses himmelschreienden Skandals für ein so reiches Land wie das unsere", der Nächstenliebe und der Aufforderung Jesu Christi verpflichtet fühlten, tätige Hilfe zu leisten. Er gab seiner Zuversicht Ausdruck, dass das Wagnis Tafel im Bergwinkel gelingen werde, denn er setze auf die große Bereitschaft zum selbstlosen bürgerschaftlichen Engagement der Menschen im Bergwinkel, und im Übrigen machten die bisher schon als Starthilfe eingegangenen Spenden von Firmen, Einzelhändlern, Banken und Vereinen wie z.B. dem Lions Club Hoffnung, dass die Tafel in unserer Region auf Dauer mit einer großen Spendenbereitschaft rechnen könne. Er sagte zugleich die weitere Unterstützung durch die Diakonie des Kirchenkreises Schlüchtern und seine persönliche als "Pate" zu. Vielleicht war es sein Appell, der nicht weniger als 54 Menschen am selben Abend bewog, als Mitglieder dem neu gegründeten Trägerverein beizutreten.
Einstimmig, bei der guten Vorbereitung könnte man sagen "natürlich einstimmig", wurde die von der "Arbeitsgruppe TAFEL" ausgearbeitete Satzung angenommen. Einstimmigkeit herrschte auch bei der von Bürgermeister Walter Strauch geleiteten Vorstandswahl, durch die folgende Persönlichkeiten, die meisten kamen aus dem Aufbaustab, in ihre verantwortungsvollen Ämter gewählt wurden:
Erster Vorsitzender: Gerold Richter; Zweite Vorsitzende: Barbara Buschhaus: Kassenführer: Hans-Peter Bechthold; Schriftführer;       Walter Pickert; Beisitzer/innen: Alexa Zich, Alfred Rehberg, Bernd Reekers, Simone Schneider, Martin Müller-Lorch.
Die Steinauer/ Schlüchterner Tafel war nun als Verein konstituiert, sozusagen aus der Taufe gehoben, und nahm ihre Arbeit mit 40 Helferinnen und Helfern auf.

Die Steinauer/ Schlüchterner Tafel von heute ist eine "mittelständische Unternehmung"

Inzwischen ist die Tafel im Bergwinkel zu einer stattlichen Unternehmung gewachsen. Wäre sie ein Wirtschaftsbetrieb, würde man sie mit Fug und Recht als einen "mittelgroßen, mittelständischen Betrieb" einstufen. Sie ist eine Unternehmung, die Woche für Woche in den vier Kommunen an die 2.000 kg Lebensmittel bewegt. Ihre heute 160 ehrenamtlich tätigen "Arbeitskräfte" sammeln, sortieren, packen und verteilen sie und andere Waren des täglichen Bedarfs an rund 870 Personen in 370 Haushalten, unter ihnen sind knapp ein Viertel Kinder unter 14 Jahren. So der Stand zum Jahresende 2011.
Die Anforderungen an die 160 Ehrenamtlichen in der Tafel sind riesig groß:

  • Die Hilfeempfänger (Kunden) erwarten verständlicherweise, dass die Tafel das hält, was sie ihnen quasi garantiert hat, nämlich, dass sie: die Waren regelmäßig, zu den angegebenen Ausgabezeiten und in vergleichbarer Menge und Qualität abholen können, denn die Lebensmittel der Tafel sind ein Teil ihres festen Haushaltsbudgets geworden, und sie brauchen sie und haben sie in die Versorgung ihrer Familien fest eingeplant.
  • Auch die rund 40 Waren-"Sponsoren" – Märkte, Bäckereibetriebe, Einzelhändler, die an der Eingangstür das Tafel-Logo zeigen, als Zeichen, dass sie "dazugehören" – auch sie erwarten von der Tafel Professionalität, das heißt, dass die Fahrer die bereitgestellten Warenkörbe zu den festgelegten Zeiten an den genau abgesprochenen Stellen im Betrieb pünktlich abholen und dass dies schnell und ohne Beeinträchtigung des Geschäftsablaufs geschieht. Darüber hinaus gibt es eine Groß-Warenquelle in Schwebheim bei Schweinfurt, ein Speditions- und Logistikzentrum, das im deutschen Tafelverband organisiert ist, und von dem unsere Tafel tonnenweise Warenpaletten abholt.

Organisatorisch können wir die Tafelarbeit in insgesamt vier große Arbeitsbereiche gliedern:

  • Der Warentransport. Das Sammeln der Waren mit den 4 Kleintransportern (2 davon Kühlwagen) bei den Sponsoren, und der Transport der verteilfähigen Waren an die Ausgabestellen in Sinntal, Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster. Das ist die Aufgabe der etwa 30 Fahrer.
  • Die Annahme und Bearbeitung der Waren. Der erste Schritt ist das Prüfen und Sortieren der eingesammelten Lebensmittel. Das geschieht in der auch mit Kühlanlagen ausgestatteten Zentrale in Steinau. Etwa 35 Frauen und Männer sind damit beschäftigt. Im zweiten Schritt füllen und packen etwa 18 Helferinnen und Helfer die Warenkörbe, die dann an die drei Ausgabestellen in Bad Soden-Salmünster, Schlüchtern und Sinntal gebracht werden; die Steinauer Charge wird an die Ausgabestelle im eigenen Haus weitergeleitet.
  • Die Ausgabe. Die Ausgabestellen in Steinau, Schlüchtern und Bad Soden-Salmünster sind dreimal die Woche geöffnet, die Sinntaler einmal. In den Ausgabestellen werden die Warenkörbe an die Kunden mit Berechtigungsschein und gegen den Preis von jeweils 2 bis 3 Euros abgegeben. In diesem Bereich sind etwa 90 Frauen und Männer tätig.
  • Logistik und Gesamtleitung. Die Erstellung der Einsatz- und der Vertretungspläne obliegt 4 Steuerleuten in der Schaltzentrale; sie haben den Überblick über alle Abläufe und müssen oft sehr kurzfristig improvisieren, um das System von Sammeln, Bearbeiten und Ausgeben am Laufen zu halten. Die Verantwortung dafür tragen seit Beginn der Tafel im Bergwinkel Werner Kopp, Walter Pickert, Peter Schulz und Frieder Imhof.

Die Beratung der Kunden und z. B. auch die Prüfung der Berechtigungsscheine obliegt den "Kundenbetreuern"; es sind Helferinnen und Helfer mit einschlägigen Berufserfahrungen im Sozialbereich. Die administrative Arbeit im engeren Sinne, etwa die Listenführung, erledigt jetzt eine hauptamtlich angestellte Mitarbeiterin auf einer halben Stelle; sie ist die einzige "hauptamtliche" in der 160 Personen-Unternehmung.
Der Vorsitzende der Tafel führt gemeinsam mit seinen Vorstandskolleginnen und -kollegen die Vereinsgeschäfte, vertritt die Unternehmung nach außen und ist ständig auf den Beinen, um und Sponsoren und Spender zu werben. Allein von seiner Überzeugungskraft hängt es ab, ob das auf völliger Freiwilligkeit tätige Unternehmen funktioniert. Im Übrigen hat der Gesamtvorstand dafür gerade zu stehen, dass die gesetzlichen Vorschriften strikt eingehalten werden: Zum einen, dass die Tafel nur qualitativ einwandfreie Lebensmittel ausgibt, und zum anderen, dass sich jeder Arbeitsschritt und jeder Handgriff an den Vorgaben der "Lebensmittelhygiene-Verordnung" ausrichtet.
Das alles funktioniert nur, weil sich in unserer Tafel alle aufeinander verlassen können und weil jeder bemüht ist, Reibungsverluste zu vermeiden. Anders als im regulären Arbeitsleben, wo man ja auf der Grundlage verbindlicher arbeitsrechtlicher Regelungen seine Arbeitsleistung erbringen muss, herrscht in der Unternehmung Tafel das Prinzip Freiwilligkeit. Wer in der Tafel arbeitet, hat sich aus freien Stücken "verpflichtet", Dienst zu tun, es gibt keine Stechuhr und keinen Vorgesetzten, der Leistung per Weisung einfordert. Wer heute noch den Sprinter von Markt zu Markt fährt oder in der Zentrale Gemüse sortiert und einfüllt, könnte morgen ohne Begründung zuhause bleiben. Aber das tut kaum einer; sie gehen sehr selbstdiszipliniert und mit einem Pflichtgefühl zu Werke, das Außenstehende immer wieder erstaunt, und das manchen Firmenchef neidisch werden lässt.
Die Arbeitsbeziehungen – hin zu Sponsoren und Spendern sowie vor allem hin zu den Kunden - zu koordinieren, erfordert einen riesengroßen logistischen Aufwand, damit sich alle Rädchen wie geschmiert drehen. Diese Meisterleistung an Organisation und Koordination verdient unsere besondere Anerkennung. Dass es dabei auch zuweilen zu Missverständnissen und Verärgerung kommen kann, die dem einen oder anderen Anlass geben könnten, alles "hinzuwerfen", ist verständlich. Aber sie bleiben auf ihrem Posten. Die Fluktuation ist gering, die Tafel-Treue groß. Gelegentlich scheidet jemand aus, weil ihn seine körperlichen Kräfte im Stich lassen, oder es sind familiäre Gründe, aber so gut wie nie, weil man die Tafel-Arbeit als Last empfände oder man keinen Sinn mehr in ihr sähe.

Helferinnen und Helfer der Tafel
Helferinnen und Helfer der Tafel beim Prüfen
und Sortieren der eingesammelten Lebensmittel

Helfer und Helferinnen – Was sind das für Menschen, und warum tun sie das?

Häufiger als nach Sponsoren und Empfängern wird danach gefragt, wer denn diese Helferinnen und Helfer der Tafel seien und was sie letztlich antreibe, Woche für Woche jeweils mehrere Stunden diese körperlich und psychisch belastende "Freiwilligenarbeit" auf sich zu nehmen und sich als Fahrer oder beim Sortieren, Packen und Körbetragen zu verausgaben.
Nun, der statistische Teil der Frage ist schnell zu beantworten: Von Sinntal über Schlüchtern und Steinau bis nach Bad Soden-Salmünster engagieren sich derzeit in der Tafel regelmäßig 160 Personen (Stand Ende 2011), etwa zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Obwohl wir vom Schüler über die junge Hausfrau bis hin zum rüstigen Rentner, der sich für das bürgerschaftliche Engagement körperlich und geistig fit fühlt, alle Generationen antreffen, ist der Altersdurchschnitt des Tafelteams vergleichsweise hoch. Breit und bunt ist das Spektrum der früher ausgeübten Berufe. Kraftfahrer und Geschäftsleute sind darunter ebenso wie Pfarrer, Hausfrauen und Handwerker, und auch der eine oder andere Empfänger selbst bietet der Tafel seine Mitarbeit an.
Schwieriger ist es, verlässlichere Aussagen zu der spannenden Frage zu bekommen, warum sie das alles tun. Man muss sich davor hüten, aus eigenen Beobachtungen oder auch aus Selbstzeugnissen der Helferinnen und Helfer einen allgemein gültigen "Tafel-Helfer-Typus" ableiten zu wollen, zumal gerade sie, die Aktiven, wenig geneigt sind, ihre Entscheidung in all ihren Verästelungen psychologisch selbst zu reflektieren, geschweige denn von anderen analysieren zu lassen. Sie scheuen sich, bekenntnishaft über ihre Beweggründe zu sprechen und ihr Gefühl nach außen zu kehren, denn, so sagen sie, da mache man sich zu wichtig und dränge sich zu sehr in den Vordergrund. Natürlich hat jeder Einzelne seine höchst eigenen Motive für seine Mitarbeit in der Tafel, und diese Motive weisen vielfältige Unterschiede auf.
Vorrang vor anderen Beweggründen werden bei vielen Helferinnen und Helfern die altruistischen (selbstlosen) haben.
Bei uns im Bergwinkel dürfte das christliche Selbstverständnis handlungsleitend sein, besonders das Gebot, dem Notleidenden zu helfen. Diese in der christlichen Tradition stehenden Helferinnen und Helfern begründen ihr Tafel-Engagement häufig so: "Ich habe in meinem Leben so viel Gutes empfangen, dass ich jetzt einiges davon an andere weitergeben will". Andere nennen ihre eigene Hungererfahrung nach Flucht und Vertreibung in den ersten Nachkriegsjahren und leiten von da ihre Verpflichtung her, jetzt jenen helfen zu müssen, die heute auf der Schattenseite unserer Gesellschaft stehen. Und schließlich sind es soziale und humanistische Überzeugungen, die eine starke Triebkraft entfalten, um Freiwilligenarbeit in der Tafel zu leisten, so z.B. das Bewusstsein, dass Tafel-Arbeit ein Stück gelebte Solidarität ist, und dass sich in einer menschlichen Gesellschaft das eigene Handeln am Glück und Wohlergehen des anderen Menschen ausrichten soll.
Neben diesen Beweggründen, die in Richtung auf den anderen Menschen weisen, wird unser bürgerschaftliches Engagement von Kräften angetrieben, die dem Helfenden selbst von Nutzen sind und für ihn eine Form der Selbsthilfe darstellen.
Zu helfen, ist ein menschliches Bedürfnis. Menschen aus eigenen Stücken Gutes zu tun, vermittelt mir ein gutes Gefühl, tut mir selbst gut und hilft mir deshalb selbst. Zu helfen, kann die eigene Lebenseinstellung festigen, indem es dem Leben Sinn und Richtung gibt. Das ehrenamtliche freiwillige Wirken in der Tafel eröffnet dem Menschen zudem die Möglichkeit, das gesellschaftliche Leben, wenn auch nur im ganz Kleinen, ein wenig mitgestalten zu können, und diese Erfahrung macht zufrieden und fördert das eigene Wohlbefinden. Helfen kann bei manchen eine geradezu heilende Kraft entfalten. In der Tat: Helfen macht glücklich.
Soziales Engagement hat heute den Rang einer gesellschaftlichen Norm in unserem Land. Gerade auch die Tafelarbeit erfährt eine zunehmende gesellschaftliche Anerkennung, erfreulicherweise. Statt der "Staat-mach-Du"-Einstellung fragen sich Menschen immer häufiger: "Was kann ich für Staat und Gesellschaft tun?" Gleichwohl sind es noch zu wenige, die ihr Bewusstsein auch in tätiges Handeln umsetzen. Wer sich wie die Helferinnen und Helfern der Tafel im Bergwinkel in so beispielhafter Weise für die Gesellschaft nützlich macht, erfährt die ungeteilte Anerkennung aller, insbesondere auch der obersten politischen Repräsentanten des Main-Kinzig-Kreises. Beispielhaft für sie stehen Landrat Erich Pipa und Erster Kreisbeigeordneter Günter Frenz – beide haben die nachhaltige Förderung ehrenamtlichen und gemeinschaftsorientierten Engagements zur Chefsache gemacht.
Die 160 Helferinnen und Helfer der Tafel im Bergwinkel blicken zu Recht mit Freude und Zufriedenheit auf ihr Werk, eine einzigartige Erfolgsgeschichte in unserer Heimat. Fragt man ihren ersten und bis heute stets wiedergewählten Vorsitzenden Gerold Richter nach dem Erfolgsrezept, antwortet er nur: "Hingehen und anpacken."

Die ehrenamtlichen Helfer der „sst“
Die ehrenamtlichen Helfer der „sst“ treffen sich zum Erfahrungsaustausch, 2010

Veröffentlicht in "Bergwinkel-Bote. Heimatkalender 2012", 63. Jahrgang, S. 129-143.

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