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Eckebäckerhaus oder Dienstmannenhaus

Eckebäckerhaus oder Dienstmannenhaus

Das genaue Datum der Erbauung des Eckebäcker- oder Dienstmannenhauses ist nicht bekannt. Es wurde von den Herren von Schlüchtern an einem Seitenarm des Elmbachs als Wasserschlösschen errichtet.

Die Herren von Schlüchtern waren Dienstmannen und Lehnsherren des Klosters Schlüchtern. Im Jahr 1144 wird Rabenhold von Schlüchtern als erster dieses Geschlechts genannt. Ihr Wappen war ein weißes, zweigeteiltes Fenster auf rotem Feld. Sie stellten zwei Äbte des Klosters und standen dem Kloster auch bei einer Fehde treu zur Seite. Tamburga von Schlüchtern heiratete Frowin von Hutten, der die Huttenkapelle im Kloster stiftete. Die Grabsteine der Beiden sind heute noch im Kloster in der Huttenkapelle zu finden.

Das Dienstmannenhaus wurde bis von der Familie von Schlüchtern bis ins 16. Jahrhundert bewohnt.

Um 1850 war eine Schmiede in dem Gebäude untergebracht und im Anschluss eine Bäckerei. Aus diesem Grund und der Lage heißt das Gebäude auch Eckebäckerhaus.

Der Bäckermeister Wilhelm Weitzel wurde im Jahr 1898 zum Hoflieferant des Kaisers Wilhelm II. Am 29. März 1898 reisten der Kaiser und seine Gemahlin mit einem Sonderzug von Berlin nach Bad Homburg zur Kur. Im Bahnhof Elm musste der Zug umgespannt werden und der Kaiser und die Kaiserin kosteten in der Bahnhofwirtschaft das Gebäck von Wilhelm Weitzel. Es schmeckte ihnen so gut, dass sie bei dem Bäcker Weitzel anfragten, ob er weiter Gebäck liefern wolle. So lieferte er zunächst 6 Hörnchen, 6 Brezeln, 30 geröstete Einback, 30 Graubrötchen, 30 Salzstangen und 6 Stangen ohne Salz und Kümmel nach Bad Homburg. Die Ware musste bis um 4 Uhr morgens gebacken sein und zum Bahnhof in Elm gebracht werden. Dort nahm sie dann der Hofkurier in Empfang und per D-Zug ging es nach Bad Homburg. Gegen 8.00 Uhr war das Gebäck dann im Schloss zu Homburg angekommen.

1902 übergab der Bäckermeister Wilhelm Weitzel das Geschäft dann am Jean Denhardt, der ebenfalls den kaiserlichen Hof in Bad Homburg belieferte. Im Jahr 1908 wurde Jean Denhardt von dem letzen Kaiser Wilhelm II. der Titel "Hofbäcker seiner Majestät des Kaisers und Königs". Der Bäcker Denhardt lies sich das goldene Prunkschild anfertigen, welches noch heute über der Tür angebracht ist, mit dem Hinweis auf diesen Titel und dem Kaiserwappen.

Der letzte Pächter der Bäckerei verlegte 1961 seine Backstube in die Hanauer Straße. Seitdem war in dem Gebäude eine Gastwirtschaft untergebracht. 1974 erwarb die Stadt Schlüchtern das Haus und lies es im Rahmen der Altstadtsanierung renovieren und modernisieren. 1988 wurde das Gebäude wieder in Privathände verkauft und erneut umgebaut. Nach wie vor befindet sich eine Gaststätte in dem Erdgeschoss des Gebäudes.

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